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Geh dahin zurück, wo du herkommst
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UmmAnisa Offline
Kairouana
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Beitrag: #1
Geh dahin zurück, wo du herkommst
Konvertiten in Deutschland: "Der Schleier ist kein Gefängnis", sagt Iman.

Warum die Berlinerin sich für Allah komplett verhüllt

Neulich im Bus fragte ein kleiner Junge, ob sie ein Ninjakrieger sei. Die Mutter des Kleinen erklärte ihm mit angestrengt unterdrückter Stimme, die Frau da sei kein Ninja, sondern ein Tuareg. Die käme aus einer anderen Kultur und man müsse akzeptieren, dass sie sich anders kleide. Die Frau, die gemeint war, fand das lustig. Sie lächelte, aber das konnte niemand sehen. Iman, so nennt sie sich, ist von oben bis unten verhüllt, nicht ihre Beine sind zu sehen, nicht ihre Hände und auch nicht ihr Gesicht. Nadine, wie sie in ihrem Personalausweis heißt, hat vor einiger Zeit ihr früheres Leben beendet und ein neues begonnen. Sie trägt jetzt den Niqab, den Gesichtsschleier.

Die Verwandlung von Nadine, der lauten, starken, die von ihren Freundinnen Dini genannt wurde und rund um die Steglitzer Schlossstraße Kindheit und Jugend verbrachte, zu Iman, der Frau unter schwarzem Stoff, begann vor fünf Jahren.

Ihre Mitbewohnerin war es, die ihr vom Islam erzählte. Sie wünsche sich, dass auch Nadine nach dem Tod ins Paradies kommt, sagte sie, gab ihr ein Buch und nannte Websites, auf denen man auf Deutsch und Englisch Texte aus dem Koran lesen kann. Nadine las. Zur Erschaffung des Menschen und andere Dinge. Vor 1400 Jahren war das geschrieben worden, aber die Geschichten lasen sich für sie wie moderne wissenschaftliche Erklärungen zur Entstehung des Lebens. Nadine war fasziniert. Sie saß in ihrem Zimmer und weinte. Vor Glück, sie spürte: "Das ist es. Das ist meines."

Stunden, Tage, Wochen beschäftigte sie sich mit dem Islam, las alles, was sie im Internet finden konnte. Dann stand ihr Entschluss fest. Sie wollte das auch, Teil davon sein. Der Glaube hatte bis dahin keine große Rolle in ihrem Leben gespielt: Sie war als Baby getauft worden, den Konfirmandenunterricht hatte sie abgebrochen. Während bei anderen Religionen Unterricht oder die Zustimmung von Geistlichen Voraussetzung für eine Konversion ist, genügt es beim Islam, vor Zeugen die Schahada, das Glaubensbekenntnis, auszusprechen. Ihre Mitbewohnerin und eine andere Freundin, ebenfalls Muslimin, waren dabei, als sie sprach. "Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist sein Gesandter." Dann beteten die drei gemeinsam. Dann war Nadine Muslima.

Wer zum Islam konvertiert, so heißt es, dem werden alle Sünden vergeben. Mit dem neuen Glauben beginnt eine neue Zeitrechnung. Für Nadine begann ein neues Leben.

In ihrem Alten wurde sie 1981 geboren, wuchs als Einzelkind in Steglitz auf. Ihre Eltern trennten sich kurz nach ihrer Geburt, den Vater lernte sie nie kennen. In der Grundschule bekam Nadine eine Gymnasialempfehlung, aber statt Hausaufgaben zu machen, hing sie im Einkaufszentrum herum. Noch vor der mittleren Reife brach sie die Schule ab, räumte im Supermarkt Regale ein, um Geld zu verdienen. Ihr Leben drehte sich um Partys, Freunde, Dates. "Sinnloses Herumleben", nennt sie das heute. Etwas unbeständig sei sie schon immer gewesen. Einen Sinn gesucht habe sie nie. Eigentlich im Gegenteil, sie dachte nicht darüber nach. Im Islam aber fand sie plötzlich etwas. Eine Richtung. Einen Rahmen.

Viele Menschen finden diesen in der Religion. Zunehmend erscheint hierzulande offenbar auch der Islam als Weg.

Sie sagt: "Ich habe jetzt Halt. Ich habe meinen Schöpfer, ich versuche ihm zu dienen, so gut es geht. Es gibt für alles Regeln, an die ich mich halten muss, um ins Paradies zu kommen. Zu wissen, was mich erwartet, gibt mir große Kraft." Man kann nicht sagen, dass sie den bequemsten Weg gewählt hat. Er fühlt sich für sie richtig an.

Für das neue Leben gab sie sich einen neuen Namen. Iman bedeutet Glaube, Zustimmung, Vertrauen. Ein schöner Name mit einer schönen Bedeutung, findet sie. Fünfmal am Tag betet sie, auf Arabisch, die Bedeutung der Gebete hat sie sich übersetzen lassen. Iman lebt halal und isst halal, tut und isst also nur Dinge, die nach islamischem Recht erlaubt sind. Nicht erlaubt sind zum Beispiel Schweinefleisch, Alkohol und Wurst, in der Blut verarbeitet wurde. Nicht erlaubt ist auch, sich in Lokalen aufzuhalten, wo so etwas verkauft wird. Nicht erlaubt sind außerdem Popmusik hören, als Frau allein reisen, Augenbrauen zupfen und Bilder von Lebewesen in der Wohnung. Nicht erlaubt ist auch, sich fremden Männern zu zeigen. Deshalb trägt Iman den Niqab.

Iman und ihre Freundinnen haben für Verbote kein Verständnis. "Es wird gesagt, der Schleier wäre ein Gefängnis für uns, und wir würden von den Männern zum Tragen gezwungen - aber das stimmt nicht", sagt Iman. Da sie nicht verheiratet ist, keinen Vater oder Bruder hat, gibt es ohnehin keinen Mann, der ihr irgendetwas vorschreiben könnte. "Wenn es verboten wird, Niqab zu tragen, werden wir nur noch im Haus bleiben - das wäre dann wie ein Leben im Gefängnis!"

Bei Iman vollzog sich die Verschleierung in kleinen Schritten. Anfangs sah sie noch genauso aus wie früher. Als Nadine hatte sie CDs gesammelt, war an den Wochenenden gern zu Konzerten gegangen. Nach der Konversion packte sie ihre Musiksammlung in einen großen Karton und brachte ihn zum Müll. "Das war ein großer Schritt für mich", erinnert sie sich. "Aber letztendlich fiel er mir leicht, weil ich wusste, was ich tue, ist gut." Sie wollte alles richtig machen. Alles für das Danach, das Paradies. Die Starposter in ihrem Zimmer hängte sie ab. Bildnisse von Menschen und Tieren stören die Engel, sagt Iman. "Sie kommen dann nicht ins Haus, wenn du betest."

Etwa ein Jahr, nachdem sie das Glaubensbekenntnis gesprochen hatte, bedeckte Iman ihr Haar zum ersten Mal mit einem Kopftuch. Dann wickelte sie jeden Tag einen der bunten Stoffe um, die sie früher am Hals getragen hatte. Irgendwann empfand sie das als zu wenig. Im Internet entdeckte sie Onlineshops, in denen man islamische Kleidung bestellen kann. Etwa zweieinhalb Jahre nach ihrer Konversion ging Iman nur noch mit Kopftuch und weitem Umhang aus dem Haus. Aus freiem Willen, das ist ihr wichtig zu betonen. Einen Großteil ihrer alten Kleidung verschenkte sie. Iman trennte sich von Nadines Leben.

Dann kam der Tag, an dem Iman den Niqab anlegte.

Vor einigen Jahren fand sie in einem islamischen Beerdigungsinstitut in Neukölln einen Job. Sie hatte einfach gefragt, es gefiel ihr, in einem muslimischen Umfeld zu arbeiten. Zunächst war sie dort Sekretärin, mittlerweile macht sie das nicht mehr, hilft aber noch als Leichenwäscherin. Verstorbene Frauen dürfen nur von gläubigen Musliminnen für die Bestattung vorbereitet werden. Iman wäscht sie, zieht ihnen die vorgeschriebene Totenkleidung an, beträufelt Stirn, Handflächen und Knie mit Duftöl. Sie mag diesen Job. "Ich tue etwas Gutes, ich erweise den Toten eine letzte Ehre", findet sie. Kopftuch oder Schleier tragen - bei dieser Arbeit kein Problem.

Nach ihrem ersten Arbeitstag mit Niqab saß sie im Bus nach Hause und fühlte sich gut. Komplett, irgendwie. Iman rief ihre Mutter an und sagte: "Mama, ich trag jetzt den Gesichtsschleier." Die Mutter stockte, nur kurz, dann sagte sie: "Okay." Als Iman später zu ihr fuhr, sagte sie dann doch, sie müsse sich an den Anblick erst noch gewöhnen. Aber sie hielt zu ihrer Tochter. Sie zeigt sich mit ihr, schämt sich nicht, dass ihre Nadine jetzt eine andere ist. Beim Bummel über die Schlossstraße wurde Iman mal als Terroristin beschimpft. Gegenüber solchen Leuten verteidigt die Mutter sie. Sie sagt dann: "Man sollte jeden so leben lassen, wie er oder sie will."

Die beiden gehen zusammen einkaufen, Iman berät ihre Mutter in Modefragen, begleitet sie zum Friseur. Sie selbst kauft sich manchmal Schuhe, ausschließlich Turnschuhe, wie früher. Ihre Kleider kauft sie jetzt im Internet, sie hat die komplette Schleier-Kombination in Schwarz, Braun, Weinrot, Weiß und Dunkelblau.

Die Mutter sei eine große Stütze, sagt sie. Über den Glauben sprechen die beiden Frauen aber nicht. Nicht mehr. Es ist zu schwer, sie haben da andere Ansichten. Insgesamt sei das Verhältnis viel besser geworden "seitdem", sagt Iman. Seit sie das Leben gewechselt hat. Mütter werden verehrt im Islam, sagt Iman, sie bemühe sich jetzt mehr, bringe Geschenke mit, kümmere sich. Die Mutter ist die Einzige, die sie noch Nadine nennt. Nennen darf.

Irgendwann möchte Iman eine eigene Familie gründen. Ihre Kinder würde sie auf jeden Fall muslimisch erziehen, ihnen schon früh beibringen, was erlaubt ist und was nicht. Einmal war sie schon verheiratet. Den Mann hatte sie im Internet kennengelernt. Ein gläubiger Muslim, Deutsch-Marokkaner. Er lebte im Ruhrgebiet, beim ersten Treffen war ihre Mutter dabei. So gehört es sich, eigentlich muss ein männliches Mitglied der Familie dabei sein, aber Iman hat ja nur ihre Mutter. Ein paar Wochen später heirateten der Mann und sie, er besuchte sie jedes Wochenende in Berlin. Doch Iman liebte ihn nicht so, wie er sie liebte. Nach einem Jahr ließen sie sich scheiden.

Ihr künftiger Mann, sagt sie, "der muss natürlich auch Muslim sein". Er sollte islamisch leben und das auch nach außen zeigen, so wie sie selbst. Bei Männern bedeutet das: Bart, lange weite Gewänder. Mit der Partnersuche aber ist das nicht so einfach. Man kann es im Internet versuchen, bei den meisten in ihrer Ummah, der Gemeinschaft, läuft es über Empfehlungen. Man wird miteinander verkuppelt, von den Brüdern und Schwestern. Die meisten ihrer Freunde sind ebenfalls Konvertiten. Sie treffen sich regelmäßig, meist unter Frauen. In die Moschee gehen sie nur selten. Einen Mann hat Iman nicht wieder gefunden. Bislang, sagt Iman, "hat es einfach nicht Klick gemacht".

Mit Leuten von früher hat sie kaum noch zu tun. Manche fanden es befremdlich, dass sich die Nadine, mit der sie aufgewachsen waren, plötzlich anders nannte, anders kleidete, anders verhielt. Iman geht nicht in die Disco, interessiert sich nicht für Gespräche über Musik oder Jungs. "Wir leben in zwei verschiedenen Welten", sagt sie. "Ich will über den Koranunterricht reden, darüber, was ich gerade gelesen habe." Neulich war sie mit einer Freundin von früher in einem arabischen Restaurant in Neukölln, in dem es Speisen gibt, die halal sind. Es war nett, aber es gab unangenehme Schweigepausen. Gemeinsamkeiten sind rar geworden.

Das Thema Zugehörigkeit ist schwierig. Verbunden fühle sie sich eigentlich nur ihrer Familie, sagt sie, also der Mutter und der Großmutter - und natürlich der Glaubensgemeinschaft, den Brüdern und Schwestern. Der Vater, der in traditionellen muslimischen Familien eine wichtige Position einnimmt, fehlt. Es sind nicht viele Menschen, die im Leben von Iman eine Rolle spielen.

In ihrer Ummah, sagt sie, tragen etwa ein Dutzend Frauen den Niqab. Die meisten von ihnen sind Konvertitinnen. "Rechtgeleitete" nennen sie sich selbst. "Musliminnen, die sich genug mit dem Koran beschäftigt haben, um zu verstehen, dass sie ihr Gesicht verhüllen sollten", sagt Iman. Die Begriffe "Strenggläubig" oder "praktizierend" gibt es für sie nicht. Nur gläubig und ungläubig. Das Paradies, sagt sie, ist denjenigen vorbehalten, die alles richtig machen.

Iman und ihre Schwestern fallen auf, wenn sie durch die Straßen gehen. "Früher haben mich alle angeguckt, weil ich laut war, jetzt tun sie es wegen meiner Kleidung", sagt sie. "Ich bin immer schon gern aufgefallen."

Im Lateinischen heißt conversio Umwendung oder Umkehr. In Steglitz, ihrer Heimat, brüllte ihr mal jemand hinterher: "Geh da hin zurück, wo du herkommst!" Dabei war sie ja dort, wo sie herkommt. Und auch bleiben will.

(Quelle: Berliner Morgenpost 16.07.2010)
http://www.morgenpost.de/printarchiv/sei...ommst.html

18.08.2011 02:23
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karima66 Offline
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Beitrag: #2
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
Der Bericht hat mich sehr nachdenklich gemacht,die Beweggründe warum Iman konvertiert ist kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ihr fehlte Halt,Orientierung,Sinn im Leben und das fand sie in dem Glauben und in der Gemeinschaft die sie auffing.
Was mir dabei aufstösst ist die Verleugnung ihres Selbst,sie ist keine Andere nur weil sie den Namen wechselt und sich Regeln unterwirft,sie bleibt auch immer Nadine,die eigene Vergangenheit gehört zu einem wie die Gegenwart und die Zukunft.
Sie hat einen Weg durchs Leben gefunden und ein Ziel,aber das kann man auch einfacher finden,warum muss es so extrem sein.
Ich für mich finde denselben Halt in meinem Glauben.
Auch ich bin auf dem Weg,nicht ins Paradies,aber nach Hause zum Vater,der mir meine Fehler verzeiht ohne dass ich mich dafür geisseln muss.
Gott gibt mir all das was Iman fand und noch viel mehr,ich fühle mich auch getröstet und aufgehoben,aber auch manchmal zweifelnd und hinterfragend und ich darf ich bleiben,hab die Freiheit mein Leben zu gestalten ,mit allem was Gott uns gegeben hat,wie ich will.
Dass ich mich für alles was ich tue/tat eines Tages vor Gott verantworten muss ist für mich keine Frage,deshalb versuche auch ich gut zu sein,aber ich bleib dabei suchend,neugierig,offen für Neues und lernfähig.

Zwei Dinge noch die mir beim lesen durch den Kopf gingen:

1.was können unsre Kirchen und Glaubensgemeinschaften tun um junge Menschen die Halt suchen aufzufangen damit sie sich nicht in andere Religionen flüchten

2.wenn Menschen wie Iman offener wären für anders denkende,glaubende oder ungläübige Menschen, dann gäbe es trotz sehr verschiedenem Alltag nicht nur Mutter und Oma,sondern auch Freunde ausserhalb der Gemeinde,was für beide Seiten nur bereichernd sein kann.

LG
18.08.2011 12:25
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biggi Offline
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Bewertung 2
Beitrag: #3
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
Sehr schöne Geschichte.
Danke für die Mühe das hier reinzustellen..

Lg
Biggi

Schönheit entscheidet nicht wen wir lieben, sondern Liebe entscheidet wen wir schön finden
18.08.2011 12:32
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Anny25
Gast

 
Beitrag: #4
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
Hallo UmmAnisa,

eine interessante Geschichte, ABER: Mir fällt es schwer da nur positiv-Beglückendes zu sehen.
Diese junge Frau war ganz klar auf Identitäts-und Beziehungssuche, die hat sie in der Religionsgemeinschaft gefunden..aber in so extremer Weise, dass sie ihr ganzes früheres Leben "ablegt", sich von der Gesellschaft abwendet sogar ihre Musiksammlung wegwirft, um nur noch im eigenen Konvertiten-Kreis zu bleiben.
Es wird sichtbar, wie sehr sie nach Leitung und Orientierung sucht, genau solche Leute fühlen sich auch zu Sekten, zu politisch radikalen Gruppen oder ähnlichem hingezogen!
Nur beim Islam ist es akzeptiert, weil der ja die "Wahrheit" ist...rollyes

Zudem stören mich diese Aussagen:

(18.08.2011 02:23)UmmAnisa schrieb:  In ihrer Ummah, sagt sie, tragen etwa ein Dutzend Frauen den Niqab. Die meisten von ihnen sind Konvertitinnen. "Rechtgeleitete" nennen sie sich selbst. "Musliminnen, die sich genug mit dem Koran beschäftigt haben, um zu verstehen, dass sie ihr Gesicht verhüllen sollten", sagt Iman. Die Begriffe "Strenggläubig" oder "praktizierend" gibt es für sie nicht. Nur gläubig und ungläubig. Das Paradies, sagt sie, ist denjenigen vorbehalten, die alles richtig machen.

Sie sagen nämlich nichts anderes, als dass die "Rechtgeleiteten" etwas Besonderes sind, die es geschafft haben sich vom gemeinen, verdorbenen Volk--> den Ungläubigen, abzugrenzen und auch noch "besser" sind als normale Muslimas, weil sie den Sinn der Verschleierung erkannt haben.
SEUFZ.
18.08.2011 12:53
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Brigit
Gast

 
Beitrag: #5
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
Mich macht diese Aussage stutzig:
"Früher haben mich alle angeguckt, weil ich laut war, jetzt tun sie es wegen meiner Kleidung", sagt sie. "Ich bin immer schon gern aufgefallen."
Hat diese Frau wirklich ihren Weg gefunden? Oder will sie nur nach außen zeigen: ich bin anders?
18.08.2011 12:59
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gagaisma
Gast

 
Beitrag: #6
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
(18.08.2011 12:59)Brigit schrieb:  Mich macht diese Aussage stutzig:
"Früher haben mich alle angeguckt, weil ich laut war, jetzt tun sie es wegen meiner Kleidung", sagt sie. "Ich bin immer schon gern aufgefallen."
Hat diese Frau wirklich ihren Weg gefunden? Oder will sie nur nach außen zeigen: ich bin anders?

Genau über diese Stelle bin ich auch gestolpert, Brigit. Denn in einem anderen Thread heisst es ja, die Verhüllung / Verschleierung soll dazu dienen, NICHT angeschaut zu werden oder durch Äußerlichkeiten aufzufallen.

An sich finde ich diese Geschichte sehr rührend und auch nachvollziehbar. Aber es stellt sich - wie so oft - die Frage nach der Motivation. Ein Mann, für den Frau konvertiert, ist es in diesem Fall nicht. Vielleicht eher die Suche nach einem Halt, den man in sich selbst nicht findet. Und diesen Halt, Trost und Weg bieten Religionen. Was ja überhaupt nicht verkehrt sein muss. Aber hätte eine Mitbewohnerin über den Buddhismus erzählt und Nadine wäre ein Buch des Dalai Lama statt des Koran in die Finger gekriegt, wäre die Reise vielleicht ganz woanders hingegangen?

Und das ist keine Kritik. Wie gesagt, diese Geschichte spricht mich sehr an und erklärt vieles. Aber sie wirft halt auch Fragen auf....
18.08.2011 13:10
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UmmAnisa Offline
Kairouana
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Beiträge: 572
Registriert seit: Jul 2011
Bewertung 1
Beitrag: #7
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
(18.08.2011 12:25)karima66 schrieb:  2.wenn Menschen wie Iman offener wären für anders denkende,glaubende oder ungläübige Menschen, dann gäbe es trotz sehr verschiedenem Alltag nicht nur Mutter und Oma,sondern auch Freunde ausserhalb der Gemeinde,was für beide Seiten nur bereichernd sein kann.

LG


also ich kenn die Iman sehr gut,dachtet ihr euch wahrscheinlich schon Tongue
Man liest ja da "nur" mehr weiß man ja dann auch nicht, aber ich kann sagen Iman an soviel Selbstbewusstsein, ist Berufstätig (Arbeitet in einem Bestattungsinstitut und wäscht an und an Leichen)

Du sagst das so leicht,
aber ich habe das in meinen 16 Jahren erlebt und es läuft sich vieles autom. auseinander, weil die Freunde doch ein ganz anderes Leben führen als man selbst dann!!!
(18.08.2011 13:10)gagaisma schrieb:  
(18.08.2011 12:59)Brigit schrieb:  Mich macht diese Aussage stutzig:
"Früher haben mich alle angeguckt, weil ich laut war, jetzt tun sie es wegen meiner Kleidung", sagt sie. "Ich bin immer schon gern aufgefallen."
Hat diese Frau wirklich ihren Weg gefunden? Oder will sie nur nach außen zeigen: ich bin anders?

Genau über diese Stelle bin ich auch gestolpert, Brigit. Denn in einem anderen Thread heisst es ja, die Verhüllung / Verschleierung soll dazu dienen, NICHT angeschaut zu werden oder durch Äußerlichkeiten aufzufallen.

An sich finde ich diese Geschichte sehr rührend und auch nachvollziehbar. Aber es stellt sich - wie so oft - die Frage nach der Motivation. Ein Mann, für den Frau konvertiert, ist es in diesem Fall nicht. Vielleicht eher die Suche nach einem Halt, den man in sich selbst nicht findet. Und diesen Halt, Trost und Weg bieten Religionen. Was ja überhaupt nicht verkehrt sein muss. Aber hätte eine Mitbewohnerin über den Buddhismus erzählt und Nadine wäre ein Buch des Dalai Lama statt des Koran in die Finger gekriegt, wäre die Reise vielleicht ganz woanders hingegangen?

Und das ist keine Kritik. Wie gesagt, diese Geschichte spricht mich sehr an und erklärt vieles. Aber sie wirft halt auch Fragen auf....

Ja verstehe was du meinst, aber die meisten die ich kenne waren eh auf der suche nach der Wahrheit oder irgendwas , manchmal ist es sehr lust was die Leute in den Jahren so erlebt haben aber mich beeindruckt es dann eben immer wieder das Sie beim Islam hängen bleiben,deshalb sagen Wir Rechtleitung dazu,weil allah einen dahin geführt hat!!! Einem aber die möglichkeit gibt, das andere auch kennen zu lernen und dann das richtige erkennen!!!

18.08.2011 14:15
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saharni
Gast

 
Beitrag: #8
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
Habe meine Meinung zum Tragen von Niqab schon geäussert.

Nachdem du uns hier aber vermitteln möchtest, dass du und "Nadine/Iman" und alle anderen Frauen ihren Niqab aus Überzeugung, ganz ohne Zwang und vor allem aus freiem Willen heraus überstülpen, habe ich mediengeschädigt wie ich bin, gegoogelt und hab was gefunden das zum Thema passt.
Ich hab mir die Zeit genommen und hab wirklich alles durchgelesen und angeschaut. Auch die Rubrik Videos und Nützliche Links.
Was soll ich sagen ich find's irgendwie schon deprimierend. Warum ich so empfinde? Möchte ich hier und jetzt nicht ausführen.

http://www.my-niqab.npage.de/home_99752034.html
18.08.2011 15:38
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Brigit
Gast

 
Beitrag: #9
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
Oh Saharni, was hast du denn da ausfindig gemacht? Ich habe nur das Kapitel zum Richtigen Verhalten durchgelesen. Mehr schaff ich nicht, das würde mich nur deprimieren.
Das die Frau auf der Straße noch nicht mal mit ihrem Mann oder einem anderen erlaubten männlichen Begleiter reden darf, war für mich der Schocker. Ein anderer Mann könnte ja ihre Stimme schön finden!

Mir fällt nichts mehr ein, garnichts mehr. Doch eins: Was bin ich froh, dass die Schwestern und Cousinen meines Freundes fröhlich schnatternd durch die Straßen gehen.
18.08.2011 15:52
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UmmAnisa Offline
Kairouana
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Beiträge: 572
Registriert seit: Jul 2011
Bewertung 1
Beitrag: #10
RE: Geh dahin zurück, wo du herkommst
(18.08.2011 15:38)saharni schrieb:  Habe meine Meinung zum Tragen von Niqab schon geäussert.

Nachdem du uns hier aber vermitteln möchtest, dass du und "Nadine/Iman" und alle anderen Frauen ihren Niqab aus Überzeugung, ganz ohne Zwang und vor allem aus freiem Willen heraus überstülpen, habe ich mediengeschädigt wie ich bin, gegoogelt und hab was gefunden das zum Thema passt.
Ich hab mir die Zeit genommen und hab wirklich alles durchgelesen und angeschaut. Auch die Rubrik Videos und Nützliche Links.
Was soll ich sagen ich find's irgendwie schon deprimierend. Warum ich so empfinde? Möchte ich hier und jetzt nicht ausführen.

http://www.my-niqab.npage.de/home_99752034.html

du hast dir jetzt richtig mühe gemacht ne?
Was soll ich sagen ich find's irgendwie schon deprimierend. Warum ich so empfinde? Möchte ich hier und jetzt nicht ausführen.
den Satz hättest Du dir auch sparen können finde ich,dann hättest du doch den ganzen Post sein lassen können wenn du gar nichts dazu sagen willst.... Wink


aber danke ich kannte die Seite noch nicht werde auch mal nachher stöbern wat da so geht!!!

P.S.
Brigit und Sahrani seit ihr eigentlich Mutter und Tochter ???

18.08.2011 16:15
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